„Die Freiburger Schauspielschule holt Tschechows. „Drei Schwestern“ mit einer eigenen Fassung in die Gegenwart“
Badische Zeitung, 12.11.2025
Mit Drei Schwestern eröffnet Anton Tschechow – und mit ihm das moderne Theater – das 20. Jahrhundert. In scheinbar beiläufigen Szenen erzählt er von Alltag, Sehnsucht und dem Verstreichen der Zeit. Keine Helden, keine spektakulären Ereignisse – stattdessen Menschen, die an der Kluft zwischen Traum und Wirklichkeit leiden.
Im Ferienhaus ihrer Kindheit treffen sich Olga, Mascha, Irina und ihr Bruder Andrej. Partner, Freunde und Nachbarn stoßen hinzu, und es entsteht ein Beziehungsgeflecht zwischen Nähe und Entfremdung, Hoffnung und Resignation. Alle suchen nach Sinn – im Beruf, in der Liebe, in der Vorstellung eines „anderen“ Lebens. Doch was bleibt, sind unerfüllte Wünsche und der unerbittliche Strom der Zeit.
Tschechows besondere Kunst liegt in der Balance zwischen Leichtigkeit und Schwere. Seine Figuren wechseln von tiefgründigen Gedanken zu alltäglichen Belanglosigkeiten, sie lieben und verletzen, klagen und hoffen. Darin entfaltet sich eine Vielschichtigkeit, die sein Drama bis heute so aktuell wirken lässt.
Unsere Inszenierung verlegt Drei Schwestern ins 21. Jahrhundert. Nicht die Rückkehr nach Moskau, sondern das Verharren in der eigenen Gegenwart wird zum Ankerpunkt. Sehnsucht entsteht aus der Unzufriedenheit mit dem Hier und Jetzt – genährt von der Idealisierung einer vergangenen Zeit oder von der Hoffnung auf ein besseres Leben anderswo.
Es spielen: Bastian Benedikt Bergbach, Rafael Hogervorst, Tsiuri Jugashvili, Leah Kostka, Julia Jessica Mögel, Marvin Müller, Zoë Reil, Rahel Zahlten.
Regie: Juan Antonio Bottaro
Regieassistenz: Julia Jessica Mögel
Bühne: Lennart Katz, Rahel Zahlten
Requisite: Zoë Reil, Leah Kostka
Licht: Lennart Katz, Bo Müller
Fotos: Henrik Iber
Plakat: Laura Serio
PREMIERE: 07. November 2025, 20 Uhr
Weitere Termine: 08./14./15./21./22./28./29. November, 20 Uhr
09./16./23./30. November, 18 Uhr
Das Stück dauert etwa 2,5 Stunden (inkl. 20 min. Pause)
Hinweise:
In der Aufführung kommen Momente emotionaler und physischer Spannungen vor, darunter lautstarke Verbale sowie körperliche Auseinandersetzungen.
Die im Stück gemachten Fotos werden nicht veröffentlicht und nach der Vorstellung gelöscht.











