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Inszenierung

Wir sind noch einmal davon gekommen

Es spielen: Jannik Sulgar, Aurelia Breyer, Elisa Helferich, Kevin Cabral Rocha, Marlene Lickert, Licas Kadlec, Caia David, Sujit Kuruvilla, Mechior Meyer, Peter Laukert, Marie-Charlotte Bonfiglio, Franziska Clementi

Regie: Dirk Schröter/ Regiessistenz: Hannes Müller/ Licht: Lion Koch

Fotos: Minz und Kunst

Über das Stück:

Wir sind noch einmal davongekommen ist die Geschichte von Mr. und Mrs. Antrobus, ihrer Kinder Henry und Gladys und ihres Hausmädchens Sabina. Sie spielen eine typisch amerikanische Familie in den 1930er/1940er Jahren und sind gleichzeitig synonyme Charaktere für Adam, Eva, Lilith und Kain. Die Familie durchlebt, stellvertretend für die gesamte Menschheit, essenzielle Katastrophen der Menschheitsgeschichte in drei Akten (Eiszeit, Flut, Krieg). Zusammen bauen sie ihr Leben immer wieder auf und bewegen sich durch die oft von der Realität unterbrochene Welt Thornton Wilders.

Das Stück bedient sich vieler Techniken von Rundfunk, Film und Musical. Es führt vor Augen, dass das Böse und das Gute ewige Bestandteile des Lebens sind, und dessen Sinn liegt im Lebendigsein selbst. Das Schicksal der gesamten Menschheit wird am Beispiel einer typischen Durchschnittsfamilie unseres Jahrhunderts gezeigt. Die moderne Allegorie bringt zum Ausdruck, dass der Lebenswille des Menschen alle Katastrophen überdauert. Ob Eiszeit, Sintflut oder Krieg, es gibt kein Ende. Die Hauptpersonen sind die Mitglieder der Familie Antrobus, in denen sich laut Wilder »das Schicksal der ganzen Menschheit, durch ein Teleskop aus tausend Meilen Entfernung gesehen« spiegelt. Durch die Anachronismen will der Autor das »ewig Gleiche«, in einzelnen Phasen auswechselbare Geschick des Menschengeschlechts symbolisieren. Die Existenz erscheint sinnlos und gleichförmig, als Tanz um Katastrophen, denen jeder zu entgehen versucht.

Das Stück ist nicht einsträngig und hat absurde Züge. Die Theaterillusion wird immer wieder mit der Schauspielgegenwart zerstört. Schauspieler verlieren den Faden, protestieren gegen ihre Rolle, Ersatzleute springen ein und müssen noch proben. Nicht nur ein- oder zweimal kommt es vor, dass die Darsteller sich weigern, Szenen zu spielen, dass sie das Publikum anbrüllen oder unangenehm aus ihrer Rolle fallen. Eine direkte Verbindung zum Publikum wird aufgebaut, das Stück wird in sich selbst kritisiert und ausgewertet.